Expedition 2010

Lenzinger Naturfreunde Expedition

Satopanth 7.075 m
Garhwal Himalaya/Indien

Der 7.075 Meter hohe Satopanth im indischen Garhwal-Himalaya ist das Ziel einer 8-köpfigen Naturfreunde-Expedition, die im September/Oktober den Versuch unternimmt, die gewaltige Eis-und Felspyramide zu besteigen. Abflug nach Delhi ist der 10. September 2010. Eine Trekkinggruppe, ebenfalls 8 Mitglieder der Naturfreunde Lenzing, wird zu den Bergsteigern ins Basislager nachkommen und  anschließend gemeinsam ein Kulturprogramm absolvieren.

Alleine der Anmarsch ins Basislager zählt zu den schönsten Trekkingrouten im gesamten Himalayagebiet. Das Garhwal-Himal, das Land der heiligen Berge, Seen, Flüsse und Pilgerorte, ist für die Inder der wichtigste Teil des Himalaya. Eingerahmt von Gipfeln über 7000 Meter, befindet sich hier zu Füssen des Berges Shivling die heilige Quelle des Ganges. Unterwegs begegnet man vielen pilgernden Hindus und Sadhus. Die Zelte werden an schönen Blumenwiesen oder in der Nähe von Gebirgsseen aufgeschlagen. Abseits der begangenen Routen geht es vorbei an den Fels-und Schneeriesen der Bhagirathi-Gruppe zum Basislager der gewaltigen 7075m hohen Schneepyramide des Mount Satopanth. Die Lenzinger Bergsteiger haben drei Wochen Zeit, den Gipfel dieses entlegenen Siebentausenders zu erklimmen.

 

Sehr viel hängt natürlich vom Wetter und den dort herrschenden Bedingungen ab. Auf Grund des Schlechtwetters in den letzten Wochen liegt derzeit sehr viel Schnee, weshalb wir hoffen, dass sich die Bedingungen bis zu unserem Gipfelsturm beruhigen“, so Horst Maringer, Obmann der Naturfreunde Lenzing.

 

Nach der geplanten Besteigung des Satopanth wird ein Teil der Bergsteigergruppe gemeinsam mit der Trekkinggruppe den 6.000 Meter hohen Kalindi Khal – ein vergletscherter Passübergang zum Pilgerort Badrinath – überqueren und anschließend ein Kulturprogramm absolvieren, das sie zu den drei bekanntesten Orten des Landes (Goldenes Dreieck Indiens) führt:  Delhi, Agra und Jaipur. Dabei erleben sie das Wahrzeichen Indiens, den Taj Mahal, erkunden das Rote Fort und die Geisterstadt Fatehpur Sikri, besichtigen den Palast der Winde in Jaipur und entspannen bei einer traditionellen Rikscha-Fahrt im Keoldadeo Vogelpark.

 

Wir werden Sie über den Expeditionsablauf am Laufenden halten.

 

 

EXPEDITIONS – TAGEBUCH

Gruppe Bergsteigen:

 

10.9.2010: Flug nach Dehli:

Wien  –  Doha:  12:45 h  –  19:05 h

Doha  –  Dehli:  21:20 h  –  03:30 h

 

11.9.2010: Ankunft Flughafen Delhi – Transfer zum Bahnhof Delhi – Rishikesh (350m)

Zugfahrt nach Rishikesh (06:50-11:25)

Rishikesh gilt als Zentrum der heiligen Männer und als Lehrstätte der indischen Philosophie, Yoga und Meditation. Hier verlässt auch der Ganges die gebirgigen Regionen des Nordens.

 

12.9.2010: Rishikesh – Uttarkashi (1160m)

In der Früh starke Regenfälle.

Die Straßen in Haridwar werden zu reißenden Flüssen. Die Abfahrt verzögert sich um Stunden.

Die Straße nach Uttarkashi ist ständig durch Muren blockiert. Wir müssen 30 Kilometer vor Uttarkashi übernachten.

 

13.9.2010: Uttarkashi – Gangotri (3046m)

In der Früh weiter starke Regenfälle.

Nach wenigen Kilometern ist die Straße wieder blockiert. Mittags erreichen wir Uttarkashi und der Regen hört endlich auf. Um ca. 19.00 Uhr erreichen wir dann Gangotri.

 

14.9.2010: Beginn des Trekkings Gangotri (3046m)  – Bhojbasa (3790m)

Nach dem Frühstück wandern wir auf einem gut ausgebauten Pilgerweg entlang des Bhagirati/ Ganges Flusses. Wir kommen vorbei an Zedernbäumen und Birken, unzähligen religiösen Bildern an den Felswänden und begegnen Pilgern, Yogis und orangefarben gekleideten Saddhus. Nach 6 Stunden erreichen wir dann Bhojbasa auf ca. 3790m. Dieser Ort liegt mitten in einem Talkessel und im Hintergrund dominieren die gewaltigen 6500er der Bhagirati Gruppe.

 

15.9.2010: Bhojbasa  – Nandanban (4500m)

Zuerst wandern wir in ca. 2 Stunden bis zur Ganges- Quelle (3995m) am Gaumukh (Kuhmaul). Je näher wir kommen, desto besser können wir die formschöne Spitze des imposanten 6543m hohen Shivling sehen. Kurz vor der Quelle führt der Weg durch eine Wüste aus Geröll und Gestein. Dann türmt sich ein gewaltiger Moränenwall auf und dahinter befindet sich die Zunge des Gangotri Gletschers und aus einer Höhle des Gletschers sprudelt die Quelle des heiligen Ganges. Vor diesem „Kuhmaul“ können wir die rituellen Waschungen der Pilger hautnah miterleben. Nach ausgiebiger Rast geht es weiter über Moränenschutt bis zur Tapovan Wiese auf ca. 4315m. Das letzte Stück Weg führt über einen schmalen Weg steil hinauf, doch oben angekommen, werden wir von Wiesen und dem schönen Ausblick auf die Bergszenerie (Shivling, Bhagirati 1-3 ) belohnt und entschädigt. Gesamtgehzeit:  ca. 4-5h. Tapovan ist eine der schönstgelegenen Wiesen im Himalaya! Weiter geht es ca. 3h quer über den Gangotri letscher, eine wilde Tour durch eine Wüste aus Stein, Sand und Eis. Durch die Bewegung des Eises, gibt es natürlich keinen festen Weg und wir müssen uns dadurch ständig neu den besten Weg suchen. Nach der Überquerung geht es wieder einen steilen Anstieg hinauf zur zweiten wundervollen Wiese, die direkt am Fuße der Schuttmoränen des Bhagirathi 2 (6856m) und 3 (6512m) liegt. Gehdistanz ca. 5 km – 5,5h.

 

16.9.2010: Nandanban (4500m) – Basecamp Vasukital (4900m)

Zuerst 5km über die lange Moräne des Chaturangi Bamak (Gletscher), danach Querung eines Gletscherarms unter den zerrissenen Abbrüchen des mit Hängegletschern bestückten Vasuki Parbat. Die Landschaft ist großartig! Kurz vor dem Ende geht es nochmals steil bergan bis zum Camp an einem kleinen Bergsee.

 

Bericht von Horst Maringer – 16.9.2010:

Die Teilnehmer sind heute im Basislager angekommen. Leider hat es immer wieder geregnet , heute ist der erste schöne Tag! Alle sind wohlauf. Das Zeitprogramm deckt sich mit dem Plan.

17.9.2010: Ruhetag

Samstag, 18.09.2010

Nach dem 2 ½ stündigen Versuch ins Lager 1 zu gelangen wurde dies durch den starken Schneefall aufgegeben. Nach der Deponierung des Materials kehrten sie ins Basislager zurück

 

Sonntag, 19.9.2010

Schneefall

 

Montag, 20.9.2010

Morgens Schneefall – mittags 1 m Neuschnee. Am Nachmittag versuchte eine Gruppe 2 Stunden lang zum Materialdepot zu gelangen und mussten schließlich wieder umkehren

 

Dienstag, 21.9.2010

4 ½ stündiger Aufstieg vom Basislager auf 5.200 m, wo sich das Materialdepot befindet und das Lager 1 wurde eingerichtet. 5 Teilnehmer befinden sich nun im Lager 1 und  2 Teilnehmer stiegen mit den Trägern wieder ins Basislager ab.

 

Mittwoch, 22.9.2010

2 Teilnehmer legten einen Ruhetag ein. Weitere 5 Teilnehmer stiegen auf 5.400 m auf und kehrten wieder zurück ins Basislager.

 

Donnerstag, 23.09.2010

3 Teilnehmer sind unterwegs Richtung Lager 1. Für die restlichen Teilnehmer ist heute ein Ruhetag. Das Wetter ist heute schön

 

Freitag, 24.09.2010

Es ist geplant den Weg ins Lager 2 zu spuren und dieses Lager einzurichten.

 

Montag, 27.09.2010

Info von der Trekking-Gruppe: Es geht allen Expeditionsteilnehmern gut, Lager 2 ist bereits eingerichtet.

Gruppe Trekking:

24.9.2010: Flug nach Dehli:

Wien  –  Doha:  12:45 h  –  19:05 h

Doha  –  Dehli:  21:20 h  –  03:30 h

Ankunft der Trekkinggruppe in Delhi planmäßig.

25.9.2010: Geplante Zugfahrt nach Rishikesh:

26.9.2010: Rishikesh – Uttarkashi (1160m)

27.9.2010: Uttarkashi – Gangotri (3046m)

28.9.2010: Ruhetag in Gangotri

Ankunft in Gangotri bei herrlichem Sonnenschein.

Die Trekkinggruppe ist wohl auf – bei bester Laune und vor allem bei bester Gesundheit!

Trekkinggruppe bricht morgen auf und sollte am Freitag, 1.10.2010 bei der Bergsteigergruppe im Basecamp Satopanth im Vasukital (4900m) eintreffen.

 

 

 

Info: Donnerstag, 30.9.2010:

Nach einem Telefonat mit Ernst Ornetsmüller am Mittwoch, den 29.9.2010 um ca. 15.00 Uhr wurde Klaus Kritzinger verständigt, dass eine Teilnehmerin der Bergsteigergruppe (Wohnort Wels) abgestürzt ist. Zur Zeit besteht kein Kontakt über das Satellitentelefon. Wir von der Ortsgruppe sind in Kontakt mit Behörden und der Österr. Botschaft vor Ort. Heute wird eine Suchmannschaft unterwegs sein, um die Verunglückte zu suchen und zu bergen. Sobald wir weitere Mitteilungen haben, werden wir euch diese umgehend zukommen lassen. Allen übrigen Expeditionsteilnehmern geht es nach unserem Wissensstand gut.

 

Heute Vormittag konnten wir von der Ortsgruppe mit Ernst Ornetsmüller über das Sat-Telefon Kontakt herstellen. Demnach sind alle Expeditionsteilnehmer beisammen und es geht ihnen soweit gut – sieht man von den körperlichen und moralischen Strapazen ab.

Sie befinden sich derzeit auf dem Weg vom Lager I in das Basislager und werden dort um ca. 19.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MEZ) eintreffen. Dort werden sie dann auch erstmals auf die Trekkinggruppe stoßen und wollen über die weitere Vorgangsweise beraten.

 

Die Expeditionsteilnehmer bemühen sich, an die Österr. Botschaft in New Delhi einen Situationsbericht zu geben.

 

 

Folgenden Zwischenbericht dürfen wir heute Nachmittag darstellen:

 

Etwa um 15.00 Uhr MEZ ist die Mannschaft im Basislager eingetroffen. Die Trekkinggruppe wird erst morgen zu ihnen stoßen.

 

Soweit wir über die österr. Botschaft informiert sind, ist ein Suchtrupp mit etwa 30 Mann unterwegs, um die vermisste Bergsteigerin zu finden. Er wird voraussichtlich morgen vor Ort sein.

 

Der Einsatz eines Hubschraubers ist soweit geklärt, dass im Augenblick nur mehr eine Unterschrift fehlt, um mit der Suche beginnen zu können (ev. noch heute ?).

 

Die Angehörigen der abgestürzten Bergsteigerin werden von uns über sämtliche Fortschritte laufend informiert.

 

Sobald  wir weitere Einzelheiten erfahren, werden wir es euch wissen lassen (voraussichtlich aber erst morgen am Freitag).

 

Für die Naturfreunde Ortsgruppe Lenzing:

Dr. Klaus Kritzinger

Walter Steinmetz

 

 

 

PRESSEAUSSENDUNG

 

Von einem Unglück ist eine 8-köpfige Expedition der Naturfreunde Lenzing auf dem 7.075 m hohen Satopanth im Garhwal-Himalaya (Indien) überschattet. Wie erst jetzt von Expeditionsteilnehmern erfahren werden konnte, verunglückte am 29. September d.J. beim Abstieg von der Gipfelflanke in einer Höhe von 6.700 m eine 51-jährige Welser Bergsteigerin. Sie konnte bisher wegen des unzugängigen Geländes noch nicht lokalisiert werden.

Die erfahrene Bergsteigerin kam aus bisher unerklärlichen Gründen in einem Steilhang zu Sturz und fiel von dort in die Tiefe.

Suchmannschaften sind unterwegs um eine eventuelle Bergung vorzunehmen.

 

PRESSEMITTEILUNG, Sonntag, 03.10.2010

Am Samstag, 2. 10. D.J. wurde die Suche nach der abgestürzten Bergsteigerin durch zwei Hubschrauber eingeleitet. Der Pilotenbericht erreichte uns am Abend, wobei sich die Suche als erfolgslos darstellte.

Die Bergseiger-und die Trekkinggruppe sind heute Sonntag vom Basislager aufgebrochen in Richtung Vasuktital. (Walter Steinmetz)

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